Für die Rahmenbedingungen sind wir in Greven gut unterwegs

Andreas Hartmann ist Regionaldirektor, Generalbevollmächtigter und ab dem 1.1.2022 im Vorstand der

Volksbank Münsterland Nord eG. Wir sprachen Ende Oktober mit ihm über die gelungene Fusion,

regionales Engagement und ständige Veränderungen.

Andreas Hartmann

Herr Hartmann, wie ist die Stimmung nach dem vollzogenen Zusammenschluss von Volksbank Greven, VR-Bank Kreis Steinfurt und der Vereinigten Volksbank Münster?
Nach einer langen Vorbereitungszeit ist die Fusion im Kern gut verlaufen. Es war allerdings eine echte Herausforderung, drei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Coronaphase hinweg kulturell zusammenzubringen. Echte Zusammenarbeit in Präsenz war vielfach nicht möglich, auch gab es noch kein Fusionsfest. Von unseren Kunden gab es viele positive Rückmeldungen.

Was loben denn Ihre Kunden nach der Fusion?
Unsere neuen Leistungsgebiete kommen sehr gut an. Als Volksbank Greven hatten wir beispielsweise keine eigene Immobilienabteilung. Nach der Fusion können wir auf die Volksbank Immobilien GmbH in Münster zurückgreifen. Allein 42 Maklerinnen und Makler stehen uns in unserem Geschäftsgebiet für das Thema Immobilien zur Verfügung. Dadurch sind wir überall nah dran. Hinzu kommt die professionelle Vermögensverwaltung durch unsere sieben Porfoliomanager. Wir verwalten jetzt ein Vermögen von rund 300 Millionen Euro für unsere Kunden. Mehr als 100 Millionen Euro sind allein im Jahr 2021 hinzugekommen.

Die Menschen sparen also fleißig, aber ist das heute noch ratsam?
Das stimmt, das Sparen nimmt zu. Dass ein Sparbuch nicht mehr allzu viel Sinn macht, ist bekannt. Dabei geht es weniger um die 0,5 Prozent Negativzins, sondern vielmehr um die Inflationsrate. Denn schon eine Inflationsrate von 2-3 Prozent sind der sichere Vermögensverlust.

Was raten Sie als Experte dann Sparwilligen?
Man muss sein Geld ins Verdienen bringen. Ich empfehle, in Substanzwerte wie Aktien und Immobilien zu investieren.

Welche Sparte ist aktuell in Ihrer Bank stark nachgefragt?
Auf jeden Fall die Baufinanzierung – gewerblich wie privat. Bei Gewerbetreibenden geht es häufig um Erweiterungsmaßnahmen wie den Bau einer neuen Halle. Die Finanzierung von Maschinen und Material hat eher abgenommen – es ist immobilienlastiger geworden. Wir arbeiten hier mit Hypothekenbanken, unseren Tochterunternehmen, zusammen, die eine lange Zinsbindung garantieren können. Üblich sind 15-25 Prozent, in der Spitze sind sogar 35 Jahre Zinsbindung möglich. Gut die Hälfte aller Verträge vermitteln wir an Kooperationspartner.

Wie sind Sie eigentlich Wifo-Mitglied geworden?
Ich bin 2005 Vorstand der Volksbank Greven geworden und einige Monate später wurde ich angesprochen, ob ich mich nicht im Wirtschaftsforum engagieren möchte. Ich habe dann nach einem Jahr als zweiter Vorsitzender 2007 das Amt des damaligen ersten Vorsitzenden von Niklas Nolte übernommen. Ich habe das sehr gerne gemacht, auch wenn es ein arbeitsreiches Jahr gewesen ist. Noch heute sind viele enge Kontakte aus der Zeit erhalten. Das Konzept des Wifos finde ich nach wie vor gut, 2 allerdings könnte es wieder etwas lebhafter sein.

Sie engagieren sich auch im Arbeitskreis Wirtschaftsförderung.
Richtig. Mein Amt als Sprecher des Arbeitskreises habe ich damals von Hubertus Bange übernommen. Im Zuge der Fusion musste ich es wieder abgeben, da ich jetzt auch für Telgte und Lengerich zuständig bin und auch dort Zeit vor Ort investieren muss. Das Wifo hat mit Frederik Venschott aber einen jungen, engagierten Nachfolger für den Arbeitskreis Wirtschaftsförderung gefunden.

An den Themen des Arbeitskreises sind Sie jedoch nach wie vor nah dran?
Ja, wobei diese eine ‚Neverending Story‘ sind und es seit Jahren um immer wieder dieselben Themen geht: allen voran die fehlenden Gewerbegebiete. Hier ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage noch schlimmer als bei privaten Immobilien. Wir kommen da nur peu à peu vorwärts. Dabei erfordern die politischen Rahmenbedingungen Wachstum und Erweiterungen. Auch bei der notwendigen Digitalisierung haben wir lange gebraucht und leben in Greven jetzt noch mit einem Flickenteppich. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Stadtentwicklung arbeiten wir im Wifo aber weiter daran. Zudem begleite ich die GfW im Aufsichtsrat.

Die Volksbank steht für Regionalität, Vertrauen, Partnerschaft und Nachhaltigkeit. Was ist das Erfolgsgeheimnis?
Uns gibt es seit 150 Jahren, übrigens war die Volksbank in Greven schon damals genau an dieser Stelle der Marktstraße, an der wir heute sitzen. Und es gibt uns heute noch, weil wir uns in dieser langen Zeit ständig verändert haben. Wir haben uns immer den Marktgegebenheiten angepasst. Wichtig ist, Investitionen stemmen zu können und das Leistungsspektrum anzubieten, das die Kunden wollen.

Welche Veränderungen stehen für Ihre Bank als nächstes an?
Als Volksbank Münsterland Nord eG wollen wir künftig verstärkt digitale Ökosysteme schaffen. Wir haben 200.000 Kunden, viele davon im Gewerbe. Unsere Idee ist, diese Kunden auf eine neue Art und Weise zu vernetzen. So wie vor Corona auf der jährlichen Baumesse, die von unseren Kunden stets gut angenommen wurde. Wir arbeiten aktuell an einem neuen Konzept, einer Art „Baumesse 4.0“.

Und wie blicken Sie für Greven und das Wifo in die Zukunft?
Persönlich sehe ich aktuell eine Riesenchance für das Wifo, mit unserem neuen Bürgermeister, Dietrich Aden, Ideen gemeinsam voranzubringen und diese auch umzusetzen. Baustellen haben wir schließlich genug. Für die aktuellen Rahmenbedingungen mit Corona und dem zunehmenden Onlinehandel sind wir in Greven allerdings gut unterwegs. Unser Glück ist, dass wir viele inhabergeführte Geschäfte im Einzelhandel haben. Lokal und nachhaltig einkaufen – das sind Themen, mit denen Greven auch in Zukunft punkten kann.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Hartmann!

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